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7 Unterschiede zwischen Cannabis, Hanf und Marihuana
Januar 16 -2018
Editor

Cannabis, Hanf, Marihuana, Gras oder Ganja? Was ist der Unterschied?

Kurz und gleich vorab: Es ist alles das Gleiche! Hanf, Marihuana, Gras oder Ganja sind beliebte Namen für die Cannabispflanze. Verschiedene Namen für verschiedene Typen, Anwendungen oder Verbraucher. Manche sind nur süsse Spitznamen. Lass uns auf die Details dieser Bezeichnungen eingehen. Abschliessend erklären wir Dir die 7 Unterschiede zwischen Cannabis, Hanf und Marihuana.

1. Cannabis – Eine der ältesten domestizierten und vielfältigsten Nutzpflanzen

Cannabis ist eine Gattung der blühenden Pflanze in der Familie Cannabaceae. Die Pflanze ist seit mehr als sechs Jahrtausenden ein wirtschaftlich bedeutender Lieferant von Fasern, Lebensmitteln, Textilien, Ölen und Medizin. Daher, eine wichtige Pflanze. Ein Rohstoff und eine Quelle für die Produktion von Seilen, Leinen, Bekleidungstextilien, Papier und vielen anderen Produkten. Erste Seile kamen aus China, etwa 2’800 vor Christus. Das weltweit erste Cannabispapier kam im 3. Jahrhundert vor Christus auf den Markt. Zusätzlich und im Laufe der Geschichte, haben Menschen verschiedene Cannabissorten für industrielle und medizinische Zwecke angebaut.

2. Hanf – Die industrielle Rohstoffquelle

Industrie-Hanf FeldHanf ist vereinfacht gesagt das Cannabis für industrielle Zwecke. Eine Pflanze, die mit anderen Pflanzen gezüchtet wurde. Der Anbau von Hanfsamen begann in fast allen europäischen und asiatischen Ländern. Vor allem war Hanf eine wichtige, teilweise wichtigste Rohstoffquelle für die Herstellung von Seilen, Planen, Bekleidungstextilien, Papier und Ölprodukten. Hanf hat hier immer wieder Geschichte geschrieben.

3. Marihuana – Die Droge, die dich „high“ macht

marihuana indoor anlageWie viele andere Pflanzen (Nutzpflanzen, Früchte oder Pilze) kann Cannabis eine psychoaktive Wirkungen haben. Dafür verantwortlich ist ein ganz spezifisches Cannabinoid, das Tetrahydrocannabinol (THC). Über 113 verschiedene Cannabinoide wurden identifiziert. THC ist der psychoaktive Bestandteil, der vor allem in den weiblichen Blüten der Cannabispflanze zu finden ist. THC ist ein Lipid, von dem angenommen wird, dass es die Selbstverteidigung der Pflanze gegen Schädlinge und Umwelteinflüsse ist. Menschen benutzen Cannabispflanzen als Betäubungsmittel (ähnlich wie mit Alkohol) und begannen THC-reiche Pflanzen „Marihuana“ zu nennen. Starke Restriktionen und die Bezeichnung „Gift“, verteufelte die Pflanze ab dem Jahr 1906 zunehmend. Die Verbote begannen 1920. Da Marihuana seit Jahrzehnten illegal ist, wurden die Konsumenten kreativ und begannen Spitznamen wie Gras, Ganja, Pot oder „Mary Jane“ zu verwenden.

4. Unterschiede in der Genetik

cannabis sativa indica ruderalis UnterschiedeCannabis Pflanzen können in 3 verschiedene Arten unterteilt werden::

Cannabis Sativa

Sativa war in Osten Asiens heimisch. Seit Jahrzehnten weltweit kultiviert und vertrieben. Grosse, robuste Pflanzen wurden von frühen Zivilisationen angebaut, um es für den industriellen Einsatz optimieren zu können. Diese Pflanzen wurden mit anderen Pflanzen mit denselben Eigenschaften gekreuzt, was zu dem Cannabis-Typ führte, den wir heute als Hanf kennen. Jeder Teil der Pflanze wird je nach Verwendungszweck unterschiedlich geerntet. Die Blüten von Cannabis Sativa können eingeschlechtlich (männlich oder weiblich) sein. Wahrscheinlicher in der Natur ist die Cannabis Sativa Spezies eine monözische Pflanze (Hermaphroditen). Es kann voll funktionsfähige Fortpflanzungsorgane haben. Am bemerkenswertesten ist, dass Cannabis Sativa in der Regel in Ballaststoffen hoch, aber sehr niedrige Cannabiniod-Werte hat. Dies heisst, einen niedrigen THC-Gehalt sowie einen niedrigen CBD- oder CBG-Wert.

Cannabis Indica

Breitblättrige Cannabis-Indica-Pflanzen wurden traditionell in Indien, Nepal, Afghanistan, Bangladesch und Pakistan angebaut. Diese Arten haben tendenziell einen höheren Cannabinoid-Gehalt als Cannabis Sativa Sorten. Einige Züchter haben die Genetik von Indica Sorten auf sehr hohe THC-Niveaus (für den Drogenhandel) getrieben. Einige Pflanzen wurden als hoch psychoaktiv anerkannt und selektiv für medizinische und religiöse Zwecke gezüchtet. Dies führte zu einzigartigen Sorten von Cannabis Indica, die wir heute Marihuana nennen.

Cannabis Ruderalis

Dies ist eine THC arme Sorte von Cannabis, welche in Russland heimisch ist. Cannabis Ruderalis hat einzigartige Merkmale und Phänotypen, die es von Cannabis Indica und Cannabis Sativa gänzlich unterscheiden.

Hybride Sorten

Züchter auf der ganzen Welt haben Cannabis Sativa und Indica zusammen gekreuzt. Diese Hybrid-Arten vereinen alle oder bestimmte Vorteile in einer einzigen Pflanze. Die derzeit stärkste THC reiche Sorte auf der Welt wird von der LOS ANGELES KUSH COLLECTIVE gezüchtet, früher als California Herbal Remedies (CHR) bekannt. Die „God Father OG“, an indica-dominant hybrid (Cherry Pie x Granddaddy Purps x OG Kush), ein Indica dominanter Hybrid (Cherry Pie x Granddaddy Purps x OG Kush), ist der Gewinner der High Times Weltmeisterschaft mit sagenhaften 34.04% THC. Aufgrund der Tatsache, dass THC nur ein Typ von Cannabinoiden mit grossen medizinischen Potenzialen ist, gibt es zwei andere Arten mit ähnlichen Eigenschaften. CBG und CBD sind medizinische Cannabinoide innerhalb der Cannabispflanze. Im Gegensatz zu THC, machen CBG und CBD nicht „high“. Daher haben andere Züchter, wie die Mountain Grades GmbH, erfolgreich medizinische Cannabis Sorten mit sehr hohen CBG- und CBD-Werten gezüchtet. Die bislang beste CBD Sorte ist die MG Green Indica. Besonders bemerkenswert, dieses Hybrid-Cannabis trumpft mit 21,8% CBD auf, während der THC-Wert unter 0,8% liegt. Daher handelt es sich hier um eine nicht-psychoaktive Cannabis Sorte, mit sehr grossem Potenzial für verschiedene medizinische Anwendungen.

5. Cannabinoide (THC vs CBD vs CBG)

Endocannabinoid System THC CBD CBG CannabinoideHeute wird Cannabis mehr und mehr entkriminalisiert. Die grossen Unterschiede dieser berühmten Pflanze liegen bei den Cannabinoiden. Während THC in den meisten Ländern illegal bleibt, wurden CBD (Cannabidiol) und CBG (Cannabigerol) in einigen Teilen der Welt legalisiert. Riesige medizinische Vorteile gelten als Hauptgrund Cannabis zu legalisieren. Während THC reiche Sorten immer noch Marihuana genannt werden, Hanf zu einer industriellen Pflanze wurde und CBD- sowie CBG-Sorten heute zum medizinischen Cannabis werden.

6. Cannabis Kultivierung

indistrielles Cannabis PapierMarihuana wächst für verschiedene Zwecke, wie bereits erwähnt. Daher braucht diese Art auch eigene Wachstumsbedingungen. Kleinwüchsige Pflanzen, die das gesamte Wachstum in die weiblichen Blüten im Gras zu treiben. Selektiv über Generationen gezüchtet. Optimierte Eigenschaften. Auch Landwirte bauen mittelgrosse Pflanzen an, um weibliche Blüten (zum Rauchen oder Dampfen) sowie Cannabisblätter und -stängel zu bekommen, woraus gesunder Hanftee oder Hanföl hergestellt wird.

Optimale THC-, CBD- oder CBG-Werte im Cannabis zu erreichen ist sehr schwierig. Der Anbau von medizinischem Cannabis erfordert Fachwissen und grösste Aufmerksamkeit. Daher hauptsächlich indoor oder in Gewächshäusern angebaut. Folglich müssen die Wachstumsbedingungen sehr stabil sein. Es erfordert viel Know-how, muss unter stabilem Licht, Temperatur, Feuchtigkeit, CO2- und Sauerstoffgehalt und viele andere Bedingungen müssen konstant eingehalten werden. Während THC reiche Sorten viel Dünger benötigen, kann medizinisches Cannabis vollständig biologisch angebaut werden.

Hanf wächst im Freien, um seine Grösse zu maximieren. Outdoor-Bedingungen sind in der Regel rau. Es ist Massenproduktion und die meisten Landwirte verwenden eine Menge Dünger (Herbizid, Pestizid, Fungizid). Der Nachteil des Hanfanbaus besteht darin, dass es fast keine Kontrolle gibt, um weibliche, männliche oder einhäusige Pflanzen beim Anbau hinzubekommen.

7. Rechtliche Status von Cannabis

Weltkarte Übersicht Cannabis LegalisierungDie rechtliche Situation von Cannabis ist immer noch intransparent. Einige Länder wie die Niederlande und einige Staaten in den USA, haben Cannabis vollständig legalisiert (unter bestimmten Regeln und Bedingungen). Andere Länder versuchen, ihre eigenen Wege zu finden. In letzter Zeit hat die Europäische Union den Anbau von Hanf legalisiert. Einige EU-Länder haben einen THC-Gehalt von weniger als 0,3% eingeführt, andere weniger als 0,2%.

In der Schweiz ist Cannabis legal, solange der THC-Gehalt unter 1% liegt. Mehrere Studien haben gezeigt, dass Cannabissorten mit einem THC-Gehalt unter 1% nicht-psychoaktiv sind und daher nicht weiter als Droge zu bezeichnen sind. Falls Du den rechtlichen Status in Deinem Land oder Bundesland (Kanton) kennen willst, dann empfehlen wir Dir, einen Vertreter Deiner lokalen Regierung oder eine Polizeiposten in Deiner Nähe anzurufen. Schliesslich ist die instabile politische Landschaft für alle (Produzenten ebenso wie für Konsumenten) äusserst unbefriedigend. Wir wissen nie, was als nächstes kommt. Nicht einmal was morgen ist. Wie wir alle wissen, ist ein stabiles politisches Umfeld für juristische Personen und Unternehmen entscheidend, um zu investieren und zu wachsen.

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